Erst jetzt kommt der Schaumstoff an die Reihe. Sitzkissen verlieren ihre Höhe, weil der Schaum an der Belastungsstelle zusammengedrückt bleibt. Einfaches Aufschütteln hilft nicht dauerhaft. Der alte Schaum wird entfernt und durch neuen in gleicher Stärke ersetzt, wobei ein festerer Kern in der Mitte und weicherer Schaum an den Kanten für Stabilität sorgt. Bei Rückenpolstern reicht oft eine neue Lage Schaum vor dem alten Kern. Der Bezug muss anschließend wieder straff sitzen; ist er zu groß geworden, wird er an der Unterseite abgenäht oder neu getackert, nicht einfach zusammengeschoben.
Nach dem Aufziehen den Bezug einige Stunden ruhen lassen, damit sich das Material an das Polster anpasst. Erst dann die endgültige Befestigung kontrollieren und gegebenenfalls nachspannen. Ein Bezug, der direkt nach dem Aufziehen perfekt sitzt, kann sich später lockern, weil das Polster nachgibt. Wer diese Ruhephase einplant, vermeidet Nacharbeiten und erhält eine Sitzfläche, die dauerhaft glatt und faltenfrei bleibt.
Praktisch heißt das: Vor dem Lackieren immer ein Hygrometer zur Hand nehmen. Ein einfaches Gerät reicht, um die relative Luftfeuchtigkeit im Raum oder im Freien zu prüfen. Liegt der Wert über 70 Prozent, sollte man entweder warten, einen Raum entfeuchten oder die Verarbeitungszeit anpassen. Zwischen den Schichten mehr Pause einplanen, nicht weniger. Wer die Trocknungszeit aus Ungeduld verkürzt, riskiert ein Ergebnis, das nach Wochen noch weich ist.
Ein Sessel ohne Schäden am Bezug zu transportieren, beginnt lange bevor er angehoben wird. Zuerst wird der Sessel vollständig entleert: Kissen, Decken, Auflagen und alles, was in Ritzen oder unter dem Sitz liegt, kommen heraus. Danach wird der Bezug trocken abgesaugt oder mit einer weichen Bürste von Staub und Krümeln befreit. Sand und kleine Partikel wirken beim Transport wie Schleifpapier und drücken sich unter Spannung in das Gewebe. Sind Polster oder Füße abnehmbar, werden sie demontiert und separat in weiches Material gewickelt. Das reduziert Gewicht und verhindert, dass scharfe Metallteile gegen den Stoff schlagen.
Für den eigentlichen Schutz eignet sich am besten eine Kombination aus weichem Innenfutter und stabiler Außenhülle. Zuerst wird der Sessel komplett in eine dünne Lage Vlies, Baumwolltuch oder saubere Bettlaken eingeschlagen. Diese Schicht darf keine harten Falten werfen, denn jede Kante kann sich später als Druckstelle im Bezug abzeichnen. Darüber kommt eine Lage Luftpolsterfolie oder eine stabile Decke, die mit breitem Klebeband fixiert wird. Klebeband niemals direkt auf den Bezug kleben: Beim Abziehen können Fasern ausreißen oder Flecken zurückbleiben. Besonders empfindliche Stoffe wie Samt, Leinen oder glattes Kunstleder vertragen keine direkte Berührung mit Klebestreifen.
Verdunstung braucht trockene Luft Lösemittel- und wasserbasierte Lacke härten in zwei Stufen: Zuerst verdunsten die flüchtigen Bestandteile, dann vernetzen die Bindemittel chemisch. Die Verdunstung hängt direkt vom Wasserdampfdruck in der Umgebung ab. Ist die Luft bereits gesättigt, kann sie kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen. Das Lösemittel oder Wasser aus dem Lackfilm entweicht dann nur noch langsam, und die Oberfläche bleibt lange feucht. Bei wasserbasierten Lacken kommt hinzu, dass das Wasser aus dem Film regelrecht gegen die Feuchtigkeit in der Luft ankämpfen muss.
Häufige Fehler sind falsches Lüften und falsche Temperaturwahl. Stoßlüften bei Regentagen bringt feuchte Außenluft herein und verschlimmert die Lage. Besser ist es, die Raumluft mit einem Entfeuchter zu behandeln oder die Temperatur leicht zu erhöhen – wobei zu viel Wärme wiederum die offene Zeit verkürzt und Pinselspuren fixiert. Ein weiterer typischer Fehler: dicke Schichten in der Hoffnung, dass die Oberfläche schneller durchtrocknet. Das Gegenteil passiert. Dünne Schichten trocknen auch bei hoher Luftfeuchtigkeit zuverlässiger, weil das Lösemittel kürzere Wege nach außen hat.
Abdeckung schützt vor drei Dingen: Feuchtigkeit, Staub und UV-Strahlung. Eine einfache Plane über Werkzeug ist zu wenig, weil sich darunter Kondenswasser sammelt. Besser sind eine wasserdichte, aber luftdurchlässige Abdeckung oder ein geschlossener Behälter mit Dichtung. Elektrowerkzeuge gehören nach Gebrauch in eine Kiste mit trockenem Tuch, nicht offen auf die Bank. Bei längerer Standzeit hilft eine dünne Schicht Korrosionsschutzöl auf blanken Metallflächen. Achte darauf, dass Abdeckungen nicht an heißen Geräteteilen anliegen und keine Lüftungsöffnungen verschließen.
Für sehr schmale Kanten oder Profilierungen eignet sich ein flach gebundener Pinsel mit kurzen Borsten. Er gibt weniger Farbe ab und lässt sich präziser führen. Runde Pinsel sind für Flächen gedacht, nicht für Kanten. Nach dem Streichen den Pinsel nicht auf den Borsten abstellen, sondern ausspülen oder in Frischhaltefolie wickeln, damit die Borsten ihre Form behalten. Ein verbogener Pinsel zieht keine gerade Kante mehr.
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